Unterwegsreinigung mit gezielter und umweltentlastender Entsorgung bzw. Wiederverwendung von Restmengen (patentiert)

Ein spezifisches Problem bei Tankfahrzeugen und Tankcontainern stellt die Innenreinigung der Behälter nach dem Entladen dar. Üblicherweise erfolgt diese nur in stationären Reinigungsanlagen. Durch die zeitliche Verzögerung von Entladen und Säuberung können sich jedoch Produktreste in den Behältern festsetzen, die nur durch den Einsatz entsprechender chemischer Reinigungsmittel lösbar sind. Außerdem bedingt das Anfahren stationärer Reinigungsanlagen zusätzliche Wegstrecken, verbunden mit Leerfahrten sowie zusätzlichem Kraftstoffverbrauch. Wie man dieses einerseits ökologische und andererseits ökonomische Problem lösen kann, darüber hat sich dieses Oberhausener Fahrzeugbau-Unternehmen konkret Gedanken gemacht.
Ergebnis der Überlegungen ist ein System für Tankfahrzeuge, das die Reinigung der Innenbehälter im Rahmen der Fahrt erlaubt und eine gezielte Entsorgung der anfallenden Restmengen ermöglicht. Mit der von der Firma LINDENAU Full Tank Services GmbH entwickelten und gebauten Reinigungsanlage kann sofort nach dem Entladen eines Produkts eine Spülung und Waschung des Innentanks durchgeführt werden. Das Anfahren von stationären Reinigungsanlagen ist nicht mehr notwendig; dies trägt wesentlich zu einer Optimierung der Fahrtstrecken bei.
Die patentierte Tankunterwegsreinigung besteht aus den System-Komponenten:
- Lösemittel- bzw. Dampfvorratsbehälter,
- Auffangbehälter (Sloptanks),
- Rohrleitungssystem,
- Reinigungslanzen mit Sprühköpfen,
- Ventil- und Steuerungssystem.
Für die umweltfreundliche Verwendung von Wasser bzw. Dampf als Lösemittel wurde die sogenannte "Dampf-Unterwegs-Reinigung" (DUR) konzipiert. Der Vorteil des Dampfeinsatzes liegt darin, daß die Produkte bei sehr hohen Temperaturen ohne chemische Zusatzstoffe lösbar sind und auch eine Entgasung der Innenbehälter erfolgt. Unter Umweltaspekten wichtiger noch ist die Tatsache, daß das Kondensat mit den Restmengen in speziellen Auffangbehältern gesammelt werden kann. Der entscheidende umweltentlastende Faktor bei diesem System ist also, daß die Produktreste aufgrund der Rückführung im Kondensat nicht - wie bei den stationären Reinigungsanlagen - mit anderen Produkten vermischt werden. Vielmehr ist eine gezielte Entsorgung bzw. Wiederverwendung in der Weise möglich, dass die anfallenden Reststoffe an der ursprünglichen Beladestelle wieder abgegeben und dem Produktionsprozeß zugeführt werden können. Bei diesem Reinigungsverfahren wird die Umwelt weder durch die Verbrennung noch durch die Deponierung oder durch eine sonstige Vernichtung der Reststoffe belastet. Dies ist vor allem bei Chemie-Transporten - d.h. bei toxischen oder ätzenden Produkten - von großem Vorteil, da hier die externe Entsorgung ein großes Problem darstellt. Darüber hinaus erfolgt die Innentankreinigung in einem geschlossenen System, so dass keine Gase oder Gerüche nach außen in die Umwelt gelangen. Zur Kontrolle der Spülvorgänge ist es technisch möglich, die Anzahl und Dauer der Reinigungsintervalle sowie die Dampftemperaturen durch einen Schreiber im Führerhaus des Fahrzeugs dokumentieren zu lassen. Die Dampf-Unterwegs-Reinigung wird bereits heute mit Erfolg eingesetzt und insbesondere bei großen Spezial- Chemie-Tankfahrzeugen mit Ein- und Mehrkammersystemen durchgeführt. Es wird jedoch betont, die DUR-Anlage kann nur dann funktionieren, wenn das Vertrauen und die Sorgfaltspflicht zwischen der Spedition, dem Frachtführer, dem Fahrer und dem Verlader gewährleistet ist. Dies bedingt auch die Garantie der Verladerschaft, die anfallenden Restmengen zurückzunehmen. Das hier vorgestellte Beispiel im Spezial-Fahrzeugbau zeigt, wie wichtig die Kooperation mit den beteiligten Marktpartnern ist, um die umweltschutzorientierte Innovation realisieren zu können.

 
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